Sie ist wieder da: die Postwurfsendung

Auch wenn die digitale Lösung mittlerweile fast schon ungeprüft stets als die beste gilt, so lohnt sich doch hin und wieder ein Hinterfragen dieses vermeintlichen Fakts – nicht nur, aber auch in ökologischer Hinsicht.

Thema Marketing und Haushalte: Wie es scheint, hat der gute alte Flyer bzw. das Direktmailing oder auch die Zwischenform („An alle Haushalte der Musterstraße 7“) einen schweren Stand. Tatsächlich aber gibt es gute Gründe, auch diese Form der Verbraucherkommunikation in den Gesamtmarketingmix mit einzubeziehen. Darunter sind vor allem zwei Gründe ausschlaggebend:

Zum einen, so hat eine Studie der britischen Regulierungsbehörde Ofcom herausgefunden, stehen gedruckte Ereignisse immer noch recht hoch in der Gunst der Konsumenten. Neun von zehn Studienteilnehmern informieren sich beispielsweise am ehesten aus gedruckten Medien über COVID-19, während die Zahl derer, die eher Social Media zur Information nutzen, gesunken ist. Ebenfalls wurde festgestellt, dass sich die Menschen insgesamt länger mit Post-Mailings und auch Postwurfsendungen beschäftigen. Ähnliches stellte JICMAIL, Großbritanniens größter Medienkanal, fest. Danach werden die Mailings auch länger aufgehoben als noch vor einiger Zeit.

Gerade diese überraschende Popularität ist es, die auch auf anderer Ebene für eine gedruckte Ergänzung digitaler Marketingkampagnen spricht: Die Anbieter stehen unter erhöhtem finanziellem Druck. Länderübergreifend spielen dabei sicher allgemeine Faktoren wie die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen eine Rolle.

Der Channel-Mix als solcher ist heute sicher alternativlos, aber die Gewichtung innerhalb der Kanäle kann sich flexibel verändern. Kosten und Effizienz sprechen derzeit (und darüber hinaus) für einen höheren Anteil an gedruckten Medien – und das traditionelle Direktmailing ebenso wie der Stapel Flyer im Treppenhaus kommen zu neuen Ehren.                            

Veröffentlicht am 14. April 2021 um 12:00 Uhr

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