Frischzellenkur: auch recyceltes Papier braucht frische Fasern

Die Kreislaufwirtschaft ist die Basis einer umweltgerechten Ökonomie. Das gilt natürlich auch für die Papierproduktion: Ohne Papierkreislauf geht hier wenig. Doch hat der Einsatz recycelter Fasern seine Grenzen: Sie bauen sich nach mehrmaligem Gebrauch ab. Das bedeutet: Die Papierindustrie braucht frisches Material, um den Kreislauf aufrecht zu erhalten. Dieses Material muss selbstverständlich aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen.
Heute werden etwa drei Viertel unseres Papiers recycelt. Europas Papierhersteller nutzen mehr Recycling- als Frischfasern. Schon 2017 machte Recyclingpapier 54 Prozent der verwendeten Fasern aus. Doch hat sich dieses Wachstum in den letzten Jahren verlangsamt, da sich die Gesamtmenge an Papier für das Recycling in Europa dem praktischen Maximum nähert.
Dabei ist Recyclingpapier in einigen Sorten besser verwendbar als in anderen. So werden etwa Zeitungspapier und einige Verpackungsarten teilweise komplett aus Recyclingfasern hergestellt. Anders bei hochwertigen grafischen Papieren: Sie enthalten etwa 13 Prozent – jedoch speisen auch sie den Kreislauf mit neuen Fasern, wenn sie recycelt werden.
Insgesamt werden aufbereitete Fasern so effektiv wie möglich genutzt. Dennoch besteht die Notwendigkeit, kontinuierlich eine bestimmte Menge an Frischfasern zuzuführen. Der Grund: Sie verleihen dem Endprodukt die erforderliche Festigkeit, Qualität und Verfügbarkeit.
Es geht also um beides - das Sammeln von Altpapier fürs Recycling sowie den nachhaltigen Anbau für Frischfasern. Erst die Kombination bringt qualitativ hochwertige Produkte mit dem kleinstmöglichen Fußabdruck.


Veröffentlicht am 17. März 2021 um 12:00 Uhr

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