Studie: Schreiben auf Papier macht kreativer und produktiver

Ein weißes Blatt Papier, ein Stift…das klassische Setting für Kreativität, wie es etwa in der Literatur seit Langem etabliert ist. Dort wo Dichter verzweifeln, wenn das Blatt nach Tagen intensiver Findungsphasen immer noch leer ist, fühlen sich Arbeitnehmer offensichtlich deutlich zuverlässiger zu kreativen Leistungen inspiriert. Das jedenfalls zeigt eine aktuelle Umfrage von Two Sides*. Sie stellte fest, dass ein digitaler „Overkill“, wie er heute in vielen Büros zu beobachten ist, zu vermehrten Konzentrationsproblemen und zu Ineffizienz führen kann. Zahlreiche Teilnehmer beklagten, dass sie zunehmend unter digitaler Überlastung litten, dass stundenlanges Starren auf einen Bildschirm sehr ermüdend sei – und sie im Endeffekt für viele Dinge sogar länger bräuchten. Mit 62 Prozent waren es fast zwei Drittel, die diese Erfahrung bereits gemacht haben. 

So sinnvoll es an manchen Stellen sein mag, den Einsatz von Papier zu reduzieren, so elementar scheint das analoge Medium in anderen Bereichen zu sein. Nicht umsonst – auch das ein Resultat der Studie – bevorzugen ganze 96 Prozent der Befragten Papierkopien, um damit zu arbeiten. Und 60 Prozent geben an, dass ihre Produktivität höher sei, wenn sie mit Papier arbeiten.

Die Gründe für diese Tatsache liegen unter anderem in der Biologie des Menschen. Bei der Arbeit am Bildschirm neigt das Gehirn dazu, Texte oberflächlicher zu lesen, um schneller voranzukommen – mit dem gegenteiligen Effekt. Texte in Papierform werden hingegen instinktiv sorgfältiger gelesen und damit auch besser verstanden, weil der Verstand stärker beansprucht wird und damit unwillkürlich mehr leistet.

Gleiches gilt für das Schreiben (Stichwort „Kreativität“). Im Rahmen der Umfrage gab mehr als die Hälfte an, Ideen zunächst in einem Notizblock zu dokumentieren, 63 Prozent nutzen Papier als bevorzugtes Medium, wenn sie mit Kollegen zusammenarbeiten.

Wer Papier gezielt dazu einsetzen möchte, seine Produktivität und Kreativität zu steigern, kann dies mit ganz einfachen Mitteln unterstützen – von einer handgeschriebenen To-do-Liste zu Arbeitsbeginn noch vor dem ersten Besuch der Inbox über das Notizbuch, das bei jeder Besprechung dabei ist, bis hin zu regelrechten Arbeits-„Tagebüchern“ und händischen Notizen bei der Vorbereitung einer Präsentation. Wertvolle Hilfestellung kann Handgeschriebenes auch und gerade dort haben, wo große Projekte an Übersichtlichkeit zu verlieren drohen - etwa in Gestalt von Klebezetteln auf einer Wand, die das Projekt visualisieren.  

Papier kann also durchaus „beflügeln“ und zeigt sich in mancherlei Hinsicht genau dort überlegen, wo die vermeintlichen Stärken der digitalen Tools liegen: bei Effizienz, Inspiration und Darstellung.       
*Two Sides: The Workplace Productivity Report (www.howlifeunfolds.com/workplace-productivity-report)


Veröffentlicht am 14. April 2020 um 12:00 Uhr

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