Der Wald: Wunderwaffe gegen CO2-Emissionen

Der Klimawandel geht alle an – und jeder ist aufgerufen, seinen Teil zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen beizutragen. Aber es gibt auch „freiwillige“ Helfer, die hier wahre Wunder bewirken können. Einer davon ist der Wald: Bäume nehmen große Mengen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre auf und verwenden den darin enthaltenen Kohlenstoff für ihr Wachstum.

So weit, so bekannt. Laut Untersuchungen des Europäischen Parlaments sind die Wälder der Mitgliedsländer in der Lage, jährlich Treibhausgase in der Größenordnung von fast zehn Prozent der anfallenden Emissionen zu binden.

Wälder könnten zwei Drittel der menschengemachten CO2-Belastung ausgleichen

Im nächsten Schritt haben Wissenschaftler der ETH Zürich herausgefunden, dass theoretisch 4.400 Millionen Hektar der Erdoberfläche mit Wäldern bedeckt sein könnten – und dass diese Fläche rund zwei Drittel des CO2-Ausstoßes der Erde aufnehmen könnte. Demzufolge ist Aufforstung eine der wirksamsten Methoden, die Emissionen zu neutralisieren.

Doch damit nicht genug: Auch Produkte, die aus diesem Holz entstehen, sorgen für eine fortgesetzte Bindung des Kohlenstoffs bis hin zur energetischen Nutzung oder dem biologischen Abbau des Produkts am Ende seines Lebenszyklus‘. Das bedeutet: Auch und gerade Papier aus zertifiziertem, nachhaltigem Anbau ist ein gutes Medium zur Bindung von Kohlenstoffemissionen.

Die Studie zeigt ebenfalls, wo zusätzliche Aufforstung stattfinden kann – vor allem in Russland, den USA, Kanada, Australien und Brasilien. Gelänge dies, wäre ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz getan.

1500 Fußballfelder jeden Tag

Doch auch abseits dieser Perspektive gibt es gute Nachrichten: Die Wälder Europas wuchsen seit 2005 um die Fläche von 1500 Fußballfeldern. Eindrucksvoll visualisiert hat das kürzlich der Schweizer Künstler Klaus Littmann. Er füllte eine Fußballarena mit 300 Bäumen: gerade einmal ein Fünfzehntausendstel dessen, was auf dem Kontinent in knapp 15 Jahren  an neuer Waldfläche hinzukam. Die Richtung stimmt also – und wenn Aufforstung und sinnvolle Nutzung der schadstoffspeichernden Holzfasern weiter zunehmen, kann sich das Klima freuen.        


Veröffentlicht am 23. Januar 2020 um 12:00 Uhr

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