Slow Messaging mit besonderem Charme: die Postkarte

Eine Kurznachricht ist schnell getippt und gesendet, egal, in welchem digitalen Rahmen. Wie haben die Menschen das nur früher gemacht? Ganz einfach: ganz ähnlich. So kurz, so kompakt. Nur leider nicht ganz so schnell. Dafür hatte die Kurznachricht früherer Jahre meistens ein Bild als Blickfang bzw. neudeutsch „Teaser“, war also multimedial. Und sie hatte natürlich einen anderen Namen: Man nannte sie Postkarte.
Ihre Geschichte begann zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Zunächst stieß sie auf Skepsis, da ihr Inhalt für jeden lesbar war. Datenschutz und Privacy waren also auch damals wichtig. 1869/70 wurde das seinerzeit „Korrespondenzkarte“ genannte Medium offiziell in Deutschland und Österreich eingeführt. Zunächst war eine Seite für die Adresse, die andere für den Text reserviert. Dann zierten erste Bilder und Grafiken die Kartenfront – um die sich zu Anfang der Text noch herumkringelte, bevor ein Seitenwechsel anstand.
In den folgenden etwa 100 Jahren hatten Postkarten das Monopol auf unverbindliche, dekorative Mitteilungen, gewissermaßen „Postings de Luxe“. Fast alles war dabei möglich, nur eines nicht: Echtzeitübermittlung. Das aber war nicht nur ein Nachteil. Denn so schnell heute eine Kurznachricht verfasst und abgeschickt ist, so schnell kommt auch das nachträgliche Bedauern, wenn sich der Absender in der Hitze des Gefechts im Ton vergriffen oder Aussagen gemacht hat, die er kurz darauf am liebsten sofort zurücknehmen möchte.
Mit einer Karte wäre das wahrscheinlich nicht passiert – oder hat schon mal jemand davon gehört, dass ein Mensch per Postkarte spontan Schluss mit seinem Partner gemacht hätte? Es ist der kurze Moment des Innehaltens, um das Geschriebene noch mal durchzugehen, bevor die Karte dann im Briefkasten versenkt wird. Und auch das Einwerfen ist erfahrungsgemäß ein Augenblick des letzten Reflektierens, bevor die Dinge unumkehrbar ihren postalischen Lauf nehmen.
Genau das macht den (nicht nur nostalgischen) Reiz einer Postkarte aus: Sie kann liebevoll gestaltet und wohlüberlegt betextet werden, sie ist ein Statement, das bleibt, das in einer Schublade anstelle eines Datenspeichers gelagert wird oder als dekorativer Wand- bzw. Kühlschrankschmuck dient.
Dabei kann nicht zuletzt auch das Papier selbst zum Bestandteil des ästhetischen Gesamtkonzepts werden – wenn es die entsprechenden Qualitäten aufweist wie zum Beispiel Rey Adagio von International Paper mit einer großen Auswahl lebhafter Farben. Wer jetzt Lust bekommen hat, ein Medium von gestern mit den Mitteln von heute zu einer unverwechselbaren Kurznachricht werden zu lassen, dem sei ans Herz gelegt: „Schreib mal wieder!“


 

Veröffentlicht am 8. März 2018 um 13:00 Uhr

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